Rentendialog fand ohne die Jugend statt – Zuschussrente ändert nichts an Ursachen der Altersarmut

Zur Vorstellung der Ergebnisse des Rentendialogs durch Bundesministerin Ursula von der Leyern erklärt Wolfgang Gründinger, Sprecher der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG):

„Der Rentendialog fand ohne einen Vertreter der jüngeren Generation statt. Es geht um die Rente der Jungen, aber ihre Stimme wird gar nicht gehört.

Die Zuschussrente ist Kosmetik an einem Rentensystem, das nicht mehr gerecht ist. Sie wird die drohende Altersarmut nicht verhindern können, sondern sie nur notdürftig abmildern. Sie ändert nichts an den Ursachen der Altersarmut, sondern mildert die Symptome.

Wegen der laufenden Senkung des Rentenniveaus durch den Riesterfaktor wird die Altersarmut massiv zurückkehren. Während die heutigen Alten in einem goldenen Zeitalter leben, sieht es für die Jüngeren düster aus. Die Jüngeren werden vierfach belastet: Erstens müssen sie die Renten der heutigen Alten finanzieren, denn deren Ansprüche können nicht einfach gekappt werden. Zweitens müssen die Jüngeren mehr ansparen, um selbst im Alter genauso gut leben zu können. Drittens werden die Jüngeren länger arbeiten müssen – mindestens bis 67. Viertens müssen sie extrem geschlossene Erwerbsbiografien mit überdurchschnittlich hohem Einkommen haben, um überhaupt auf einen Rentenanspruch zu kommen, der spürbar über dem Niveau der Sozialhilfe liegt – auf die aber ohnehin Anspruch bestünde, auch ohne viele Jahre in die Rentenkasse einzuzahlen. Dies unterhöhlt die Legitimation des Generationenvertrags.

Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen fordert daher, den Riesterfaktor abzuschaffen und die Einnahmebasis der Rentenversicherung langfristig durch den Umbau in eine Bürgerversicherung auf eine breitere und stabilere Basis zu stellen.“